Kindeswohl - das unbekannte Wesen

Im Zusammenhang mit Trennung/Scheidung ist immer wieder von den Scheidungsfolgen für die Kinder die Rede. Das legt den Schluss nahe, Scheidung sei etwas Negatives - etwas, was im Interesse des Kindes vermieden werden sollte. Es ist aber nicht die mit dem Trennungsentschluss verbundene Tatsache, dass die Eltern künftig in getrennten Haushalten leben, die solche Folgeschäden verursacht - sondern viel mehr die Art und Weise, wie mit der Situation umgegangen wird.

Der Arbeitskreis Trennung / Scheidung Aachen setzt sich zusammen aus Beratungsinstitutionen, Anwältinnen und Anwälten, psychologischen Sachverständigen, Richterinnen und Richtern, Jugendämtern und dem Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen. Wir arbeiten seit fast 20 Jahren zusammen, um alle an einem Trennungs- bzw. Scheidungsprozess Beteiligten miteinander zu vernetzen, uns auszutauschen, gegenseitig zu unterrichten und so den gesamten Ablauf für die beteiligten Eltern und Kinder schneller und möglichst friedlich zu gestalten. Weiterhin geben wir - natürlich regelmäßig aktualisiert - den Beratungsführer Trennung / Scheidung für die gesamte Städteregion heraus, veranstalten immer wieder Tagungen zu aktuellen Themen und führen 8 - 10 mal im Jahr Infoveranstaltungen für Betroffene durch.

Beratungsstellen in der Städteregion Aachen
Wo Sie bei Trennung - Scheidung - Mediation - Erziehungsfragen Rat und Hilfe finden.
Beratungsstellen Trennung-Scheidung Stä[...]
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Wie sag ich es meinem Kind?

Wenn Sie Rat suchen, wie Sie Ihr Kind oder Ihre Kinder am besten mit der Neuigkeit konfrontieren, dass die Eltern sich trennen, habe ich Ihnen dazu hier ein paar Tipps zusammengestellt.

Hilfe, mein Kind wird im Gericht angehört!

Informationen darüber, was die Anhörung bedeutet, wie sie abläuft und wie Sie Ihr Kind vorbereiten können, finden Sie hier.

Veröffentlichungen im Internet zum Kindeswohl bei Trennung / Scheidung

Das Kindeswohl unterliegt keiner statischen Definition. Es ist keine Grösse, die sich objektiv und abschliessend festsetzen lässt, sondern es lässt sich nur in individuellen bzw. situationsspezifischen Arrangements auf Zeit bestimmen.


Im Folgenden habe ich Ihnen eine subjektive Auswahl von Veröffentlichungen zum Thema „Kindeswohl bei Trennung und Scheidung" zusammengestellt, die im Internet zum Thema zu finden sind, natürlich ganz ohne Anspruch auf Vollständigkeit aller relevanten Gesichtspunkte und ohne Haftung für die Inhalte fremder Seiten.

 

VAMV-Broschüre "Kindeswohl - Wohl wollen reicht nicht", Neue Perspektiven aus Forschung und Praxis, 2008


Referat der Psychologin und Sachverständigen Katharina Behrend, Hauptrednerin auf der achten "Landeskonferenz Trennung und Scheidung" in Cochem 2008, „Kindeswohl - was ist das?"

 

Dissertation von Katharina Behrend, 2009: „Kindliche Kontaktverweigerung nach Trennung der Eltern aus psychologischer Sicht."

 

Forschung über Langzeitfolgen von hoch konflikthaften Trennungen für Kinder von Dipl.-Psychologin Ursula Kodjoe, veröffentlicht vom Arbeitskreis "Cochemer Modell"

 

„Zwischen Baum und Borke - Loyalitätskonflikte von Kindern im Trennungs- und Scheidungsprozeß" von Inés Brock, Leiterin der Erziehungsberatungsstelle im IRIS-Regenbogenzentrum Halle, appr. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

 

Rainer Balloff:  Kindeswille, Grundbedürfnisse des Kindes und Kindeswohl in
Umgangsrechtsfragen

 

Alles über den Anspruch auf unkomplizierte Hilfe durch kostenlose Erziehungsberatung finden Sie in einem pdf-Dokument der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung

Buchtipp Die Patchwork-Lüge: Eine Streitschrift

Melanie Mühl sieht in Patchwork-Familien das Resultat einer weit verbreiteten Lebenshaltung, die Festlegungen scheut. Ein unzeitgemäßes Buch, das eine längst fällige Debatte auslösen wird.

 

Auszüge:

 

Von den zahlreichen Scheidungsmythen, an die wir glauben, um uns unseren Kindern gegenüber weniger schuldig zu fühlen, lautet einer, dass glückliche Eltern glückliche Kinder haben. Sind die Eltern unglücklich in ihrer Beziehung, ist eine Scheidung folglich im Interesse des Kindeswohls. Tatsächlich ist Kindern ziemlich egal, wie sehr die Eltern einander lieben und begehren , (...) ihnen ist es am wichtigsten, dass alles so bleibt, wie es ist, dass beide für sie da sind, gemeinsam.

 

„Die seelische Belastung für die Kinder ist dabei (bei der Scheidung})manchmal größer, als wenn der Vater oder die Mutter stirbt," sagt Tobias Banaschewski. Das klingt unvorstellbar. Und es klingt unerhört. Aber es leuchtet ein. Im Todesfall bleiben das positive Vater- oder Mutterbild und die Liebensbeziehung der Eltern zueinander bestehen. Dem Kind stellt sich nicht die fundamentale Frage: „Bin ich schuld?“

 

Fragt man Scheidungskinder, welches Fest sie am meisten fürchten, antworten sie "Weihnachten". Weihnachten stürzt sie jedesmal in dieselben Konflikte. Sie kennen zwei Weihnachten, das vor der Scheidung und das danach.

Wann gelten Kinder als vernachlässigt?

In Fällen, in denen das Jugendamt das Kindeswohl prüft, weil den Eltern "Erziehungsversagen" nachgesagt wird, hilft mir ein Blick in das Handbuch des Allgemeinen Sozialdienstes, das Sie hier als PDF-Dokument (Achtung, groß!) finden. Dort wird der Versuch unternommen, aus fachlicher Sicht Begriffe wie Vernachlässigung zu konkretisieren.

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Diese Seiten wurden von mir zuletzt aktualisiert am 5.5.2012

 

Wichtige Urteile

Denkanstoss für Sie:

Es war einmal ein Mann, der kroch auf den Knien um eine Straßenlaterne und suchte im Lichtkreis seinen Schlüssel. „Wo haben Sie ihn denn verloren?“, fragte ein Passant.  Der Mann antwortete: „Dort hinten in der dunklen Gasse.“ – „Und warum suchen Sie dann hier?“ – „Weil es hier hell ist“, antwortete der Mann.

Sie haben Streit mit jemandem. Und Sie suchen eine Entscheidung in einer Auseinandersetzung mit allen bekannten Mitteln, vielleicht in einem Gerichtsverfahren – wie der Mann seine Schlüssel im hellen Lichtkegel sucht. Lassen Sie sich helfen, die Lösung im Dunkeln zu finden: mit Mediation.

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